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Rosalie Blum

Der 30jährige Friseur Vincent findet kein Glück in seinem trübseligen Leben: Als Katzenbesitzer ist er schon stigmatisiert, weil er noch immer bei seiner Mutter lebt, aber als seine Freundin Marianne ihn auch noch für ihren Fitnesstrainer verlässt, bleibt ihm nur noch ein freudloses Dasein zwischen Sofa und Friseursalon.

Eine Begegnung mit der Kassiererin Rosalie Blum verändert alles. Er glaubt, sie von irgendwoher zu kennen, kann sich aber nicht entsinnen, und so beschließt er, ihr nachzustellen. Er folgt ihr durch die Stadt, durchwühlt ihren Müll, stöbert in ihren Briefen: ein Bilderbuchstalker. Als Rosalie, die bis dahin nur das Objekt seiner Observationen ist, Vincents Anwesenheit bemerkt, lässt sie ihre Nichte Aude ihn im Gegenzug ausspähen und wird damit selbst zur Handelnden. Nun folgen wir Aude, die Vincent folgt, die Rosalie folgt, die irgendein Ereignis in ihrer Vergangenheit so plagt, dass sie in Lethargie und Rotwein versunken ist. Natürlich treffen sie aufeinander, und dann kommt alles anders, als man denkt.

Sämtliche der skurrilen, in wunderschönen Wasserfarben ertrinkenden Figuren haben etwas Lächerliches, aber Jourdy gelingt es, ihnen in den groteskesten Szenen auch etwas Erhabenes zu lassen. Die puppenspielende Mutter oder der namenlose Krokodilbändiger (genannt „Mitbewohner“) sind zum Totlachen schrullig und werden doch ernst genommen. Diese Neuausgabe der Auflage von 2012 versammelt die in Frankreich zuerst in drei Bänden veröffentlichte Geschichte. Diese Besprechung erschien in der Comixene #139.

Rosalie Blum
von Camille Jourdy • Übersetzung: Claudia Sandberg
HC • farbig • 364 Seiten • € 29,00 • Reprodukt

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