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Jahr Null – „Wenn wir ausgestorben sind …“

Der niederländische Comiczeichner Frenk Meeuwsen hat nach der positiven Resonanz auf Zen ohne Meister nun einen autobiografischen Comic über seine Erfahrungen als später Vater (Jahrgang 1965) geschrieben. Jahr Null ist ein unbeschwertes Erinnerungsbuch über schwerwiegende Entscheidungen.

Eigentlich wollte Frenk gar nicht. »Ich will keine Kinder«, stellte er schon früh klar und entschied sich zunächst für ein familienloses Künstlerleben. Kreative Arbeit ist ja auch ein Schöpfungsprozess – ganz ohne die Sisyphusarbeiten des Windelnwechselns, Pastinakefütterns und das fröhliche Fieberzäpfchenritual. Die Liebe zu Zaza bewegt ihn schließlich dazu, ihren Lebenstraum zu seinem zu machen und ein gemeinsames Kind zu bekommen. Gesagt, getan. Jahr Null schildert in drei Kapiteln die elterliche Entscheidungsfindung, die Schwangerschaft und die ersten Wochen nach der Geburt.

Viele der Szenen werden Eltern allzu gut aus eigener Erfahrung kennen, etwa Diskussionen über eine Periduralanästhesie während der Entbindung oder die stets gutgemeinten Ratschläge hilfswilliger Fremder. Selten überraschend, meist unterhaltsam. Überhaupt ist das Buch eher heiter als nachdenklich oder düster. Nur gelegentlich wird die heile Welt getrübt: Im Krankenhaus begegnen die werdenden Eltern einem in Tränen aufgelösten Paar, und später sehen wir zwei schweigende Pflegekräfte auf der Entbindungsstation ein abgedecktes Babybett davonschieben.

Der vollständige Text sowie ein Interview mit dem Autor sind in der Comixene 139 (2021) zu finden.

Frenk Meeuwsen: Jahr Null. avant-Verlag 2021. 240 Seiten. 25 Euro.

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