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Krieg und Migration im Comic

Comics über den Krieg sind schon in den Fokus größerer Abhandlungen geraten, vor allem in Form von Sammelbänden, die es sich erlauben können, ein wenig eklektisch zu verfahren, und das ist auch ein guter Anfang, um den gewaltigen Korpus überhaupt erst einmal zu erfassen. So haben Claudia Jungk und Thomas F. Schneider sich dem Thema in zwei Ausgaben des Osnabrücker Jahrbuchs „Krieg und Literatur“ gewidmet (2018 und 2019), und diverse andere haben sich an dem Thema abgearbeitet (Chapman et al.: „Comics and the World Wars“, 2015, Prorokova et al.: „Cultures of War in Graphic Novels“, 2018). Vor kurzem ist außerdem ein Sammelband in deutscher Sprache erschienen, der sich dem Thema aufs Neue stellt: „Krieg und Migration im Comic“ (Transcript, 2021).

Dieser Band umfasst elf Beiträge, die sich in unterschiedlicher Weise mit der Darstellung von Krieg und Migration im Comic befassen. Andreas Platthaus, Ressortchef Literatur und literarisches Leben der FAZ, führt in seinem lesenswerten und einführenden Aufsatz „Das Kriegskind Comic“ vor Augen, wie eng die Entstehungsgeschichte des Comics um die Jahrhundertwende 1900 mit der Einwanderungsgeschichte der USA zusammenhängt. Der Comic sei nämlich, so Platthaus, nicht nur ein Einwanderungs-, sondern auch ein Kriegskind, und dabei hat er vor allem die Erfolgsgeschichte des comic books im Blick, das nicht nur in den Zwischenkriegsjahren entstanden ist, sondern mit seinen zahllosen Superhelden, die gegen reale Superschurken wie Hitler kinnhakenverteilend in den Krieg zogen, auch ein dichotomes Weltbild etabliert hat, das ganz der Logik von Kriegen entspricht. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

Bibliographische Daten

ICON Düsseldorf (Hg.): „Krieg und Migration im Comic. Interdisziplinäre Analysen“. Transcript, Bielefeld 2021. 310 Seiten. 39 Euro

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