Welcome

Neil Gaiman: Snow, Glass, Apples

Colleen Doran und Neil Gaiman haben Grimms „Schneewittchen“ vollständig auf links gedreht: Anstatt der Perspektive des verstoßenen und verfolgten Schneewittchens zu folgen, blicken wir der bösen Stiefmutter über die Schulter. Täterperspektive, könnte man meinen, aber man sollte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

Bei den Grimms zeugen König und Königin ein Kind, bevor die Mutter an ungenannter Ursache verstirbt. Die böse Stiefmutter ist natürlich dem Kind weniger wohlgesinnt als dem König, und so lässt die Eifersüchtige ihre Stieftochter umbringen. „Spieglein, Spieglein an der Wand, wer ist die Schönste im ganzen Land?“ Ein Jäger soll das Mädchen töten, bringt es aber nicht übers Herz und liefert als fingierten Beweis seiner Tat Lunge und Leber nicht des Mädchens, sondern eines Wildschweins ab. Die Königin lässt sich das Fleisch à la Meiwes zubereiten und verspeist es.

Tatsächlich ist Schneewittchen bei den sieben Zwergen in Sicherheit, bis die Königin („Spieglein, Spieglein“) dies bemerkt. Mehrfach besucht sie das Versteck, und nur den Zwergen ist es zu verdanken, dass Schneewittchen die ersten Attentate überlebt. Der dritte Anschlag (mit berühmtem Apfel) verläuft erfolgreich, aber Prinz-sei-Dank wird sie gerettet und dann dessen Frau. Zur Feier wird natürlich auch die Stiefmutter eingeladen, weniger zum Feiern, sondern eher zum Feuern: „Es waren schon eiserne Pantoffeln über Kohlenfeuer gestellt und wurden mit Zangen hereingetragen und vor sie hingestellt. Da musste sie in die rotglühenden Schuhe treten und so lange tanzen, bis sie tot zur Erde fiel.“ Das steht so nicht in der Pixi-Variante. Bitte weiterlesen auf Comicgate.de.

144 Total Views 2 Views Today
Like me!
Follow by Email