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Simon Spurrier: Hellblazer 2

Mit diesen sechs abwechslungsreichen Geschichten endet Simon Spurriers Hellblazer-Run – leider. Der Einstieg mit einer Story über eine dämonische Meerjungfrau und einen Fischer balanciert ungemein elegant zwischen H.C. Andersen und H.P. Lovecraft, ebenso wie die Geschichte um einen Lüstling der königlichen Familie, der sich dubioses Pferdesperma andrehen lässt. Dass Pferdezucht und royale Unzucht hier Hand in Hand gehen, ist die Pointe der Geschichte. Spurrier verknüpft seine traditionsbewussten Anspielungen auf den Hellblazer-Kosmos mit reichlich expliziten Anspielungen auf die britische Gegenwart. Ganz im Stil des Hellblazer-Genies Jamie Delano scheint durch all das Hokuspokus die triste Gegenwart anhand von EU-Fischereirechten und Brexitphantasien wieder durch. Dass es Spurrier daneben noch gelingt, den Horror mit Sprachwitz und Humor zu schmücken, macht die Stories zu einem großen Vergnügen, nicht zuletzt visuell: Dank der schmutzigen Zeichnungen von Aaron Campbell („Infidel“) und der kontrastreichen und dynamischen Gestaltung von Matias Bergara ist Spurriers „Hellblazer“ so lesens- wie sehenswert.

„Der Preis ist immer höher als der Preis“ ist John Constantines Mantra, das im Bezug auf diese Paperbackausgabe sehr wenig plausibel ist.

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