Punkt, Punkt, Komma, Strich – Das lange Leben des Roland Gethers (Avent 2020)

gethersDer kanadische Drehbuch-, Roman- und Comicautor Shane Simmons kann von sich behaupten, zeichnerisch nicht besonders begabt zu sein. Dass dies seinem Comic „Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers“ keinen Abbruch tut, verdankt er seinem Einfallsreichtum.

Die Geschichte nimmt ihren Anfang – und zwar am Anfang. Bei der Geburt von Roland Gethers im Jahr 1860 stirbt die Mutter, und der Vater muss die zwölf Kinder (allesamt Jungs) im walisischen Cardiff allein aufziehen, was ihm nicht immer gut (also: meistens schlecht) gelingt, aber die Hilflosigkeit des alleinerziehenden Vaters ist Anlass für herrlich absurde Szenen. So etwa, als er den zahnenden Roland dessen Geschwistern überlässt, die überlegen, ob „Bewusstlos-Schlagen“ eine diskutable Option sei, um das Schreien zu beenden. Irgendwie wird Roland groß und größer, heiratet, zieht erst in den Kolonialkrieg, dann in den Ersten Weltkrieg, sein Sohn in den Zweiten Weltkrieg. Wie das elende Leben halt so spielt.

Die große Welt hat er kennengelernt, im Kopf aber bleibt Roland kleingeistig. Manchmal entfahren ihm versehentlich tiefe Erkenntnisse, wenn er etwa in der Schule die glanzvolle Kolonialgeschichte Englands infrage stellt. Sterben aber wird er als engstirniger Bewohner eines Pflegeheimes. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

Bibliografische Daten

Shane Simmons (Autor und Zeichner): „Das lange ungelernte Leben des Roland Gethers“.
Aus dem Englischen von Ulrich Pröfrock. Avant-Verlag, Berlin 2020. 50 Seiten. 20 Euro

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