Margaret Atwood – Der Report der Magd

report-der-magd34 Jahre nach der Erstveröffentlichung ist Margaret Atwoods „Der Report der Magd“ (1985) wieder in aller Munde: Das Sequel „Die Zeuginnen“ ist gerade mit dem Booker Prize ausgezeichnet worden, der US-Streamingdienst Hulu sendet seit 2017 die erfolgreiche TV-Serie, und zusammen mit der kanadischen Comiczeichnerin Renée Nault hat Atwood eine Comic-Adaption verfasst.

Die kanadische Autorin hat mit ihrem Roman eine misogyne Dystopie entworfen, in der Frauen weder richtige Namen tragen noch individuelle Freiheit genießen. In einem rigiden Kastensystem leben die Frauen als Mägde, Marthas oder Ökonofrauen und haben als solche spezifische Funktionen. Desfred, die Protagonistin und Erzählerin, arbeitet als Magd im Haushalt eines Kommandanten, und ihr Ziel, auf das sie seit langem vorbereitet wird, ist es, ein Kind von ihm zu empfangen. Den Sex unfreiwillig zu nennen, wäre noch ein Euphemismus.

Ihr ganzes Leben ist darauf ausgerichtet, ein gesundes Kind zur Welt zu bringen, das sie nach der Geburt sofort an die Kommandanten-Gattin abgeben muss. Die totalitäre Gesellschaft ist auf Funktionalität und Frömmigkeit (ganz viel Frömmigkeit!) ausgelegt, deren sich alle gemeinsam in ständigen Ritualen gegenseitig vergewissern. Desfred erzählt von ihrem Leben im Roten Zentrum, dem Ausbildungslager der Mägde, und der Zeit beim Kommandanten, in dessen Verlauf sie eine Botschaft ihrer Vorgängerin entdeckt. Dass diese lieber den Tod durch den Strick gewählt hat, als dieses Leiden länger zu ertragen, drückt die Not aus. Nun ist Desfred an der Reihe – Frauen sind austauschbar. Weiterlesen auf Comic.de.

Bibliografische Daten

Margaret Atwood (Autorin), Renée Nault (Zeichnerin): „Der Report der Magd“.
Aus dem Englischen von Ebi Naumann. Berlin Verlag, Berlin 2019. 240 Seiten. 25 Euro.

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