Suizidaler Superheld mit Fluchttrieb – „Mister Miracle“

© Panini

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Mister Miracle ist kein DC-Held der ersten Reihe, sondern eher ein Comeback-Wunder, das nicht totzukriegen ist. Der jüngste Versuch der Eisner-Award-Gewinner Tom King und Mitch Gerads, die Geschichte des Jack-Kirby-Superhelden zu erzählen, ist sicherlich ein Höhepunkt dieser Publikationshistorie.

Die Superkraft des suizidal veranlagten Mister Miracle, dessen bürgerliche Identität Scott Free heißt, besteht (neben körperlicher Kraft) in seinem stark ausgeprägten Fluchttrieb: Er kann jeder Falle entkommen, die andere ihm stellen. Dass er vor seinen eigenen Problemen nicht fliehen kann, ist seine tragische Bürde. Diese ungewöhnliche Superkraft verdankt er seiner Erziehung: Im Rahmen eines interplanetaren Tauschgeschäfts wurde er einer anderen (und wenig offenherzigen) Familie zugewiesen: Schlimmer hätte es ihn nicht treffen können. Darkseid und Granny Goodness sind die Superschurken dieser Welt, und die Erziehung ist alles andere als Jesper-Juul-kompatibel: „Lieben Sie Ihre Kinder doch einfach“ ist nicht deren Maxime. Scott Free versucht, seinen Stiefeltern zu entkommen, stets erfolglos, sodass sie den bislang namenlosen Jungen spöttisch „Scott Free“ nennen. Als er schließlich doch entwischt, verschlägt es ihn auf die Erde, wo er dem Varieté-Künstler Thaddeus Brown begegnet und dessen fiktive Identität übernimmt. Fortan ist er Mister Miracle und wird weltweit für seine Befreiungskunststücke bewundert. Dass er selbst darin kein Glück findet, lässt sich auch als Erzählung über den glanzlosen Ruhm von Celebreties verstehen, deren Doppelidentität in der Existenz als Nachbar oder Familienmitglied einerseits und Superstar andererseits besteht. Scott Free kann sich nicht anders von seinen Sorgen befreien, als sich die Pulsadern aufzuschneiden. Wie ironisch, dass ihm dieser Befreiungsversuch so kläglich misslingt. Zur vollständigen Rezension auf Comic.de.

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