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Gotham City – Architekturen des Ausnahmezustands

Wem die dystopische Zukunftsvision von Gotham City, die Chiang mit „Lonely City“ geschaffen hat, gefällt, wird gleich mit dem Sachbuch „Gotham City. Architekturen des Ausnahmezustands“ (2022) von Daniel Damler fortfahren können. Dabei handelt es sich nicht um einen Comic, sondern eine kulturwissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Ästhetik dieser sündigen Stadt.

Prof. Daniel Damler ist kein Architekturexperte, kein Filmwissenschaftler und kein Comicforscher, und das merkt man dem Buch auch an. Das Sachbuch handelt nämlich nur am Rande von den Comics, benutzt „Architektur“ überwiegend nicht als Begriff der Geschichte von Bauwerken, sondern als Metapher für eine fiktive Stadt, die „gestaltet“ ist – physisch in Form von Gebäuden und Straßen, semantisch in Form von Regeln, Gesetzen und Ordnungen. Damler beschäftigt sich vor allem mit den Batman-Realverfilmungen von Tim Burton („Batman“ 1989, „Batman Returns“ 1992) und Christopher Nolan („Batman Begins“ 2005, „The Dark Knight“ 2008, „The Dark Knight Rises“ 2012). Seine Perspektive auf die Comics, die „nur noch vergleichsweise wenig zum Erfolg und zur Bekanntheit“ Batmans beitragen (sie werden „weiterhin publiziert und gelesen“ S. 16), während die Filme den Mythos tatsächlich tragen würden. Nun gut, es ist sicherlich kritisch zu hinterfragen, ob der Umsatz an den Kinokassen das einzige Kriterium ist, an dem man kulturelle Relevanz messen kann. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

Bibliographische Daten

Daniel Damler (Autor): „Gotham City – Architekturen des Ausnahmezustands“. Campus, Frankfurt 2022. 198 Seiten. 25 Euro

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