Pierre Christin – George Orwell (Knesebeck 2019)

orwellGeorge Orwell, der Autor der kanonischen Überwachungsdystopie 1984, ist von Pierre Christin und Sébastien Verdier in einer Comic-Biografie porträtiert worden – schwarzweiß gezeichnet, aber nicht schwarzweiß dargestellt.

Eingangs diskutiert der Erzähler, dass man die Geschichte auf verschiedene Arten beginnen könnte: als Hymne auf den Imperialismus, als Familiensaga, als exotische Geschichtensammlung oder als feministischer Roman. Christin und Verdier entscheiden sich für eine unprätentiöse Geschichte ohne Kitsch.

George Orwell wird 1903 unter dem Namen Eric Blair in Bengalen geboren. Sein Vater ist Kolonialbeamter im Dienste der britischen Krone und seine Mutter reist kurz nach der Geburt mit den Kindern zurück nach England. Orwell wird eine gute Schulbildung an verschiedenen Internaten zuteil, darunter auch an der Elite-Schule Eton. Den lesewütigen und erfahrungssüchtigen Orwell treibt es aber in die exotische Ferne: Er geht nach Burma, um dort eine Polizeiausbildung zu absolvieren. Längst hat er eine Abneigung gegen das Establishment entwickelt, seine Entwicklung zum überzeugten Sozialisten, dem jeglicher Totalitarismus suspekt ist, nimmt hier ihren Anfang.

Er kehrt nach Europa zurück und lernt nun das einfache Leben kennen, zunächst als einfacher Tellerwäscher in Paris, dann als Obdachloser in London. Mit seiner Ausdrucksweise kann er seine Herkunft nicht verbergen, und überhaupt ist seine Wertewelt nicht widerspruchsfrei, wie Christin ihn selbst feststellen lässt: „Wir stecken eben alle voller Widersprüche.“ Bitte weiterlesen auf Comicgate.de.

Bibliographische Daten

George Orwell
Knesebeck, 2019
Text: Pierre Christin
Zeichnungen: Sébastien Verdier
Übersetzung: Anja Kootz
152 Seiten, schwarz-weiß (punktuell farbig), Hardcover
Preis: 25 Euro
ISBN: 978-3957281548

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