Bat News: „Das Goldene Kind“, „Kreatur der Nacht“ und „Die Jagd des Dunklen Ritters“

Von einem Corona- oder Sommerloch kann für den Dark Knight ganz und gar keine Rede sein: Obwohl das Batman-Jubiläumsjahr vorüber ist, liefert Panini in diesem Sommer gleich mehrere Neuheiten aus, die als Batman-Klassiker sicherlich überdauern werden: Kurt Busieks „Kreatur der Nacht“, Brian Michael Bendisʾ „Die Jagd des Dunklen Ritters“, Frank Millers „Das Goldene Kind“ und Sean G. Murphys „Der Fluch des Weißen Ritters“.

„Kreatur der Nacht“ von Kurt Busiek und John Paul Leon

batman-kreatur-der-nacht-cover-ddcpb141iFz0chM78KqfT-196x300Bruce wäre gern Batman. Ist er aber nicht. Bruce ist nur Bruce, ein achtjähriger Batmanfan aus Boston, der gedankenverloren sein Müsli aus Batman-Schüsseln löffelt, während er in ein weiteres Comic-Abenteuer seines Helden vertieft ist. Im Zoo besucht Bruce Wainwright natürlich zuerst die Fledermäuse, und seinen Großonkel, Alton Frederick Jepsen, imaginiert er als Alfred.

Als er mit seinen Eltern von dem Halloween-Raubzug heimkehrt, ereilt diese das tragische Schicksal, das den Eltern des Dunklen Ritters nun einmal bevorstehen muss. Sie überraschen bei ihrer Rückkehr eine Diebesbande und werden erschossen, wohingegen Bruce schwer verwundet überlebt. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

„Das Goldene Kind“ von Frank Miller und Rafael Grampá

die-rueckkehr-des-dunklen-ritters-das-goldene-kind-cover-dblack023-197x300Während Busiek seine Geschichte bewusst in eine Batman-Ära zwischen Adam West und Frank Miller („The Dark Knight Returns“, 1986) zurückführt, konfrontiert Frank Miller seine Leser*innen in „Das Goldene Kind“ plakativ mit der Gegenwart.

Trump. Trump. Trump. Überall blickt die wohlfrisierte Fratze des Pseudopräsidenten von den Plakaten im Obama-Stil Shepard Faireys („Hope“) entgegen, während durchgeknallte Wähler wie Joker umherlaufen und die liberale LGBTQ-Community vermöbeln. Frank Miller war noch nie subtil.

Millers Batman-Historie ist weitläufig bekannt: Mit „The Dark Knight Returns“ (1986) hat er die Comic-Geschichte revolutioniert, mit den beiden Sequels, „The Dark Knight Strikes Back“ (2001/02) und „The Master Race“ (2015-17), hat er daran nicht anknüpfen können. Und sein zunächst als Batman-Comic angelegter Propaganda-Comic „Holy Terror“ von 2011 wurde letztlich doch ohne Batman umgesetzt, sodass nun ein Unwohltäter namens „The Fixer“ die islamistischen Terroristen foltert. In dem „Goldenen Kind“ lässt sich auch ein Bildzitat ausmachen, mit dem Miller auf „Holy Terror“ verweist. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

„Batman – Die Jagd des Dunklen Ritters“ von Brian Michael Bendis und Nick Derington

batman-die-jagd-des-dunklen-ritters-cover-ddcpb163-196x30012,5 Millionen Euro war einem russischen Kunstliebhaber im Jahr 2007 ein Ei aus der St. Petersburger Manufaktur von Peter Carl Fabergé wert. Für Brian Michael Bendis („Jinx“, „Powers“, „Alias“) ist eines der prunkvollen Fabergé-Eier ein guter Ausgangspunkt für sein Batman-Debüt.

Dem deutschen Genitiv sei Dank, dass der Titel „Die Jagd des Dunklen Ritters“ in der Übersetzung offenlässt, ob Batman bei Bendis als Jäger (genitivus subjectivus) oder Beute (genitivus objectivus) auftritt. Der Comic hat mit Literatur-Klassikern wie Mary Shelleys „Frankenstein“ (1818) gemein, dass beides richtig ist.

Der Riddler ist nicht ganz er selbst, als er ein Fabergé-Ei aus einem Gothamer Museum stiehlt. Nicht ganz uneigennützig, denn sein Raubzug ist eine Auftragsarbeit für den gleichermaßen unsterblichen wie unausstehlichen Vandal Savage. Es verschlägt Batman an der Seite von Green Arrow, Green Lantern und Dick Grayson quer durch Raum und Zeit: Gorilla City, Thanagar, Dinosaur Island, der Wilde Westen von Jonah Hex. Gute Reise. Bitte weiterlesen auf Comic.de.

Bibliografische Daten

Kurt Busiek (Text), John Paul Leon (Zeichnungen und Farben): „Batman – Kreatur der Nacht“. Aus dem amerikanischen Englisch von Josef Rother. Panini, Stuttgart 2020. 220 Seiten. 23 Euro

Frank Miller (Text), Rafael Grampá (Zeichnungen), Jordie Bellaire (Farben): „Das Goldene Kind“. Aus dem amerikanischen Englisch von Carolin Hidalgo. Panini, Stuttgart 2020. 60 Seiten. 15 Euro

Brian Michael Bendis (Text), Nick Derington (Zeichnungen), Dave Stewart (Farben): „Batman – Die Jagd des Dunklen Ritters“. Aus dem amerikanischen Englisch von Jörg Fassbender. Panini, Stuttgart 2020. 180 Seiten. 20 Euro

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